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  Sep 2010  
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Berliner Antigone


Fernsehfilm, BR Deutschland 1968
nach der Erzählung von Rolf Hochhuth
Fernsehfilm
3. Reich (1933-1945)
D
Anne Hofmann - Donata Höffer
Dr. Hellmer - Dieter Borsche
Bodo Hellmer - Peter Kappner
Pfarrer - Manfred Heidmann
Kathinka - lnga Weber-Artmann
Christian Hofmann - Frank Glaubrecht
Wärterin - Ilse Steppat
Staatsanwalt - Robert Dietl
Frau Hellmer - Eva Lissa
Frau Hofmann - Emmy Burg

Regie: Rainer Wolffhardt
Buch: Leopold Ahlsen
Literarische Vorlage: Rolf Hochhuth
Szenenbild: Victor Müller-Staedt
Eine junge Frau ist von den Nazis zum Tode verurteilt worden. Das Geschehen des Spiels erstreckt sich von dem Augenblick, in dem Anne, noch das Todesurteil im Ohr, zur Zelle geführt wird, bis zum Abend vor der Vollstreckung. "Die Angeklagte hat in der Nacht vom 20. zum 21. Mai 1943 den zur Bestattungnicht freizugebenden, sondern gemäß Führererlass vom 3.9.1942 der hiesigen Anatomie zu gemeinnütziger Verwertung zu überstellenden Leichnam ihres wegenWehrkraftzersetzung hingerichteten Bruders aus dem Leichenkeller der Anatomie entwendet und an unbekannter Stelle begraben. Sie hat hierbei unterverschwörerischer Inanspruchnahme fremder Hilfe gehandelt und sich schmählich die Verdunkelung, die Luftschutzmaßnahmen der Universitätsverwaltung und die durch einen feigen Terrorangriff des Feindes entstandene Verwirrung zunutze gemacht." Diese Urteilsbegründung umreißt bereits die Handlung des Fernsehspiels, das Leopold Ahlsen nach Rolf Hochhuths zeitgenössischer Paraphrase auf den klassischen Antigone-Stoff schrieb. Das Geschehen des Spiels erstreckt sich von dem Augenblick, in dem Anne, noch das Todesurteil im Ohr, zur Zelle geführt wird, bis zum Abend vor der Vollstreckung. Dazwischen wird in gedanklichen Impressionen die Vorgeschichte, immer subjektiv von der Angeklagten erlebt, wiedergegeben. Ahlsen arbeitet mit Montagen von Bewusstseins- und Erinnerungsfetzen. Er hebt die Kontinuität der Zeit fast völlig auf, verzahnt Vergangenes mit Gegenwärtigem und Zukünftigem. Durch diesen Kunstgriff und durch den Verzicht, das Geschehen aus dem Blickwinkel des objektiven Beobachters zu zeigen, gelingt dem Autor die seelische Demaskierung der weiblichen Hauptfigur.

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