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  Aug - Sep 2010  
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Die Eingeschlossenen von Altona


Fernsehfilm nach Jean Paul Sartre
BR Deutschland 1980
Fernsehfilm
Familie
BRD
Der Vater - Ernst Schröder
Leni Gerlach - Judy Winter
Franz Gerlach - Uwe Friedrichsen
Werner Gerlach - Joachim Ansorge
Johanna Gerlach, -
Werners Frau - Doris Kunstmann
Feldwebel Heinrich - Lothar Grützner
Leutnant Klages - Rolf Becker
Eine Frau - Angelika Hurwicz
Ein SS-Führer - Utz Richter

Regie: Pinkas Braun
Buch: Jean Paul Sartre
Kostüme: Ilse Dubois
Szenenbild: Leo Karen
Die "Eingeschlossenen" sind Mitglieder der Familie eines Großindustriellen, der während des Zweiten Weltkrieges für die Nationalsozialisten produzierte und dabei gut verdiente. Nachdem Zusammenbruch kehrt der Sohn von der Ostfront zurück. Aber seine Erlebnisse, die auch ihn in den Sog unverantwortlicher Untaten gezogen haben, treiben ihn in die Isolation. Dreizehn Jahre spricht er nur mit seiner Schwester. Als der Vater im Sterben liegt und in der Familie verzweifelt nach einem Nachfolger Umschau hält, versucht er schließlich den Sohn zur Übernahme seiner Lebensarbeit zu überreden. Der aber sieht seinem Gewissen gegenüber keinen anderen Ausweg als den freiwilligen Tod. Das Stück "Die Eingeschlossenen" war Sartres Beitrag zur Auseinandersetzung über die Folterungen im Algerienkrieg. Damals, im Jahr 1959, fanden in Frankreich heftige Debatten über die Folter statt: zwischen ihren Gegnern, die die Abschaffung forderten, und ihren Befürwortern, die glaubten - und die überall auf der Welt auch heute noch glauben -, der Staat sei die höhere Instanz, die für die in ihrem Namen begangenen Verbrechen die Verantwortung übernehmen könne. Sartre lehnt die Abwälzung der Verantwortung auf jede "höhere Instanz" ab. Er macht den einzelnen voll verantwortlich. Machtausübung und Gewaltanwendung im Namen von Staaten oder Ideologien überall auf der Welt sorgen heute wie eh und je dafür, dass Sartres kompromisslose Auseinandersetzung mit dem "Jahrhundert der Henker und der Opfer" an Aktualität nichts einbüßt, und also stellt sich auch die Frage nach der individuellen und der kollektiven Schuld immer wieder neu und in der Gegenwart mit derselben Eindringlichkeit, mit der sie Sartre im Jahre 1958 stellte.

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