Zwischen Männerpantoffeln und Frauenzeitschriften – Grenzgebiete der Geschlechter - Frauenkosmos oder Männerwelt? Beim 7. Halleschen Improvisationstheaterfestival skizzieren, streiten auch in diesem Jahr vier professionelle Improtheatergruppen um die Gunst der Zuschauer.
„Und der Gewinner ist…“ heißt es dann wieder Samstagnacht, denn dann fällt die Entscheidung, wer von den vier Ensembles als Sieger gekürt wird. Das Publikum vergibt nach jeder Vorstellung „Noten“ und legt damit fest, wer letztendlich den begehrten Pokal mit nach Hause nimmt. Zu erleben sind Vielfalt und Innovation mit sehr unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen. Da verbindet ein ungewöhnliches Berliner Herren-Duo improvisiertes Theater mit Bildender Kunst. In den Geschichten von drei schönen Bremerinnen erfahren die Zuschauer von Höhen als auch Abgründen der weiblichen Existenz. Vorsicht vor Ohrwürmern ist geboten, wenn das schwedische Damen-Doppel zwei Geschichten zu einem Stück zusammenfügt, wobei Tagebuchnotizen der Zuschauer und ein Musical eine wichtige Rolle spielen. Das einzig geschlechtergemischte Heidelberger Theater wartet mit modernen Liedtexten, schlagfertiger Poesie oder auch HipHop auf, aus denen es improvisierte Geschichten formt – impulsgebend ist dabei immer das Publikum.
Die fünf Workshops werden von renommierten Künstlern aus der internationalen Improvisationstheaterszene geleitet. Die Workshopteilnehmer begeben sich dabei auf die Suche nach bewegenden Momenten und Wahrhaftigkeit auf der Bühne. Folgende Fragen stehen u.a. im Fokus der einzelnen Workshops: Was haben die Brecht`sche Bühnensprache und Improvisationstheater gemeinsam? Wie können persönliche Erfahrungen als Bühnenmaterial für Improvisationstheater genutzt werden? Wie entstehen mit wenig Worten wirklich bewegende Momente, poetische Bilder oder lustige Situationen auf der Bühne? Im Improkalforum haben die auftretenden Künstler die Gelegenheit, verschiedene Voraussetzungen und Modelle einer Feedbackkultur kennen zu lernen und sich im gegenseitigen Einverständnis Feedback über die Shows zu geben und auszutauschen.
Eingeläutet wird das Festival durch drei Magdeburger „Pantoffelpiraten“, die sich über die Wellen von Männerphantastereien schaukeln, um sich im „Frauenkosmos“ zurechtzufinden.
Den Abschluss der Impronale bildet erneut eine Werkschau, bei der alle Workshopteilnehmer ihre Arbeitsergebnisse präsentieren und miteinander ins Gespräch kommen.
Alle Theatergruppen präsentieren sich im Puppentheater sowie im RIFF der Theater, Oper und Orchester GmbH.
Moderiert werden die Veranstaltungen der Impronale von der Schauspielerin von der „Steifen Brise“ aus Hamburg - Verena Lohner.
[Di, den 24.11.2009]
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