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Klavierfestival Ruhr verkauft trotz weniger Veranstaltungen mehr Tickets

--Von Frank Bretschneider--

Essen (ddp-nrw). Das Klavierfestival Ruhr zeigt sich mit der diesjährigen Bilanz zufrieden. Trotz weniger Konzerte als im Vorjahr seien mehr Besucher gekommen, berichtete Intendant Franz Xaver Ohnesorg am Freitag in Essen. Demnach wurden für die 67 Veranstaltungen rund 61 000 Tickets verkauft. Das waren 5000 mehr als bei den 77 Konzerten des Vorjahres. Ausverkauft waren 28 Konzerte. Unterm Strich schließe das Festival mit einer «schwarzen Null» ab, sagte Ohnesorg. «Wir haben eine wirtschaftliche Punktlandung hingelegt», fügte er hinzu.

Das am 8. Mai gestartete, jährlich stattfindende und weltweit renommierte Festival sollte am Freitagabend in Recklinghausen mit einem bereits ausverkauften Jazz-Konzert des Trompeters Till Brönner und seinen Piano Friends zu Ende gehen. Im Kulturhaupthauptstadtjahr an der Ruhr standen diesmal Werke von Frederic Chopin und Robert Schumann im Zentrum, deren Geburtstag sich 2010 zum 200. mal jährte. Auch Johann Sebastian Bach und Werke des zeitgenössischen Komponisten Hans Werner Henze bestimmten das Programm. Die Konzerte fanden in 17 Städten des Reviers statt.

Finanziell will sich das Festival ab 2011 neu aufstellen. Eine Stiftung, die zum Jahresbeginn ihren Betrieb aufnehmen will, soll dann zusätzliche Mittel zur Finanzierung der Veranstaltung einbringen. Bislang sichert der Initiativkreis Ruhrgebiet allein die Grundfinanzierung, die ein Drittel der Gesamtkosten beträgt. Es sei geplant, die Abhängigkeit von den Zuschüssen des Initiativkreises schrittweise zu senken, sagte Ohnesorg.

Ein weiteres Drittel der Gesamtkosten kommt den Angaben zufolge von Sponsoren, das letzte Drittel von den Ticketerlösen. Die Gesamtsumme wollen die Veranstalter nicht exakt beziffern und sprechen lediglich von einem «unteren einstelligen Millionenbereich». Der Gesamtetat solle auch nach Gründung der Stiftung stabil bleiben, hieß es. Dem Vernehmen nach unterstützt der Initiativkreis das Festival mit rund 1,3 Millionen Euro jährlich.

Über die Stiftung sollen darüber hinaus mögliche Überschüsse, die bislang an den Initiativkreis abflossen, beim Klavierfestival verbleiben können. Namen von potenziellen Stiftern wurden nicht genannt. «Wir müssen klein anfangen und können nicht mit viel Kapital starten», räumte der Schirmherr des Festivals, Gert Collin, ein. Auch werde ein «nennenswertes Stiftungskapital» wohl erst in zehn Jahren erreicht sein.


[So, den 25.07.2010]

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