WWWeb
http://www.theater.de


Staatssekretär in NRW sieht Städte wegen Theaterkrise in der Pflicht

--Von Martin Teigeler--

Düsseldorf/Dortmund (ddp-nrw). Angesichts der finanziellen Probleme der Theater in Nordrhein-Westfalen sieht Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU) vor allem die Kommunen in der Pflicht. «Seit 1949 sind die Theater in NRW kommunale Aufgabe», sagte Grosse-Brockhoff am Mittwoch im Kulturausschuss des Düsseldorfer Landtags.

SPD und Kommunen hatten zuvor Sonderhilfen für kommunale Theater wegen der Krise verlangt. Die Sozialdemokraten befürchten ein «Theatersterben» in den Städten.

In der hoch verschuldeten Stadt Wuppertal steht das Theater möglicherweise vor dem Aus. Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) will die Zuschüsse für die Wuppertaler Bühnen um zwei Millionen kürzen. Auch in Kommunen wie Essen und Oberhausen stehen Theater vor großen finanziellen Problemen. Aufgrund konjunkturbedingt sinkender Steuereinnahmen drohen zahlreichen kommunalen Kultureinrichtungen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2010 drastische Kürzungen.

Dennoch könne es keine flächendeckenden Sonderhilfen vom Land geben, betonte Grosse-Brockhoff. «Die Finanzkrise trifft alle - Bund, Länder und Kommunen», sagte der Staatssekretär. Das Land sei nicht in der Lage, bei den städtischen Bühnen finanziell einzuspringen. Die schwarz-gelbe Landesregierung habe die Kommunaltheater-Zuschüsse seit 2005 bereits um rund 25 Prozent erhöht. Zugleich wandte sich Grosse-Brockhoff gegen eine «Dramatisierung» der Finanzprobleme.

Vor einem «Theatersterben» warnte die SPD-Kulturexpertin Claudia Scheler. In einer derartigen Krisensituation könne es nicht die einzige Antwort bleiben, auf die Verantwortung der Kommunen zu verweisen. Die Theaterlandschaft an Rhein und Ruhr stehe insgesamt vor «großen Problemen», sagte Scheler.

Laut einem Bericht der in Dortmund erscheinenden «Westfälischen Rundschau» (Mittwochausgabe) verlangen die Kommunen ein stärkeres finanzielles Engagement der Landesregierung, um notleidenden Bühnen zu helfen. Bereits jetzt werde die Kulturpflege in NRW zu 80 Prozent von den Städten und Gemeinden bezahlt, sagte der Dortmunder Kulturdezernent und Chef des Kulturausschusses des Städtetags, Jörg Stüdemann (SPD).

Wie andere Bundesländer auch müsse das Land NRW mehr Geld für Theater und Orchester aufbringen, forderte Stüdemann. Müssten die Städte aufgrund ihrer schlechten Finanzsituation Häuser schließen, litte die Kultur in NRW insgesamt.


[Mi, den 09.12.2009]

| zurück | zum Kopf der Seite | Ebene höher | Sitemap |
| Impressum |