Architekten weisen Vorwürfe zu Kostenanstieg bei Elbphilharmonie zurück
Hamburg (ddp-nrd). Das Architekturbüro Herzog & de Meuron hat Vorwürfe der Baufirma Hochtief zurückgewiesen, für die Kostenexplosion bei der Hamburger Elbphilharmonie verantwortlich zu sein. «Wir haben termingerecht und komplett unsere Planleistung abgeliefert», sagt Pierre de Meuron im NDR-«Kulturjournal» (17. Mai, 22.30 Uhr). «Wie es jetzt zu der Kostenmehrung kommt, ist für uns nicht vollständig nachvollziehbar», so de Meuron.
Hochtief nennt dem Bericht zufolge immer wieder eine verspätete Abgabe der Pläne und nachträgliche Änderungen durch die Architekten als Grund für die Zeitverzögerung und die enorme Kostensteigerung. Der Architekt sagte dem Sender, es habe zwar Änderungen gegenüber der Ursprungsplanung gegeben, etwa einen weiteren Konzertsaal. Dieser sei aber vom Bauherrn, der Stadt Hamburg, nachträglich verlangt worden. «Wir haben nie etwas nach 2006 gefordert, was teurer wäre, sondern wir haben eher Sachen angeboten, die den Preis runterbringen konnten. Das sehen wir als unsere Verantwortung als Architekten», betonte de Meuron.
Unterdessen kritisierte die SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, dass die Kosten der Elbphilharmonie laut einer Anfrage an den Senat allein in den vergangenen vier Monaten um weitere 5,5 Millionen Euro gestiegen seien. «Baukonzern und Architekten haben im Frühjahr letzten Jahres zusammen 157 Millionen Euro zusätzlich für den Bau der Elbphilharmonie erhalten, ohne dass die Ansprüche hinreichend geprüft wurden. Das hat sie offensichtlich ermuntert, in diesem Jahr bis jetzt schon weitere 41 Millionen Euro zu fordern», sagte der finanzpolitische Sprecher Peter Tschentscher am Freitag. Bis Januar seien es noch 35,5 Millionen Euro gewesen. Tschentscher forderte den Senat erneut auf, keine weiteren Ansprüche anzuerkennen und den Baukonflikt vor ein Schiedsgericht zu bringen.
Sa, den 15.05.2010
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Hamburg erhält mit der Elbphilharmonie ein neues imposantes Konzerthaus, das einen der zehn besten Konzertsäle der Welt beheimaten soll. Klassische Musik, Musik des 20. und 21. Jahrhunderts und Popmusik bekommen einen herausragenden Aufführungsort. Die Elbphilharmonie wird ein neues Wahrzeichen für die Stadt und gleichzeitig ein Haus für alle sein. Nach der Entscheidung der Hamburgischen Bürgerschaft vom 26. Oktober 2005 ist der Weg für Hamburgs neue Konzerthalle auf dem Kaispeicher A frei.
Der neue Gebäudekomplex wird zwei Konzertsäle, ein Hotel mit internationalem Konferenzbereich, Wohnungen, eine Plaza auf 37 Metern Höhe, einen Wellness-Bereich, einen Night Club und im Kaispeicher zahlreiche Parkplätze enthalten. Er entsteht nach Entwürfen der renommierten Schweizer Architekten Herzog & de Meuron.