«Focus»: Prüfbericht verweist auf Baumängel bei Elbphilharmonie
München (ddp-nrd). Bei der im Bau befindlichen Hamburger Elbphilharmonie gibt es nach einem Medienbericht schwerwiegende Sicherheitsmängel. Die stadteigene Realisierungsgesellschaft (ReGe) sei darüber jetzt von Prüfern der Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron auf einer Sondersitzung in Kenntnis gesetzt worden, berichtet das Nachrichtenmagazin «Focus», das sich auf die ihm vorliegende Dokumentation über «akute Ausführungsmängel» beruft. Demnach bestehen Sicherheitsmängel an tragenden Teilen des 500-Millionen-Euro-Projektes.
So monieren die Architekten laut Prüfbericht, dass die bereits fertigen Betonrippen, auf denen der große Konzertsaal auf Federpaketen ruhen soll, zu tief liegen. Zudem habe der Generalunternehmer Hochtief einzelne Federpakete schief eingebaut. Es gebe Abweichungen von den Bauplänen von bis zu 110 Millimetern - mehr als das Fünffache der maximal kalkulierten 20 Millimeter.
Auch die Betonwände der bereits fertigen Außenschale weisen offenbar schwere Mängel auf. Bei Stichproben entdeckten die Prüfer «diverse großflächige Hohlkammern», wie es in dem Magazinbericht weiter heißt. Hochtief habe Löcher gebohrt und Beton in die Luftblasen gepresst. Das reiche aber nicht aus, kritisieren die Architekten.
Ferner wurde laut Prüfbericht die historische Fassade des alten Kaispeichers A durch die Bauarbeiten beschädigt. So weisen die Architekten auf «Zementläufer», «Auslaugungen» und «Abschleifungen» hin. Nachdem beim Bau Zementschlamm über die Klinkerfassade gelaufen war, hatte Hochtief Teile der Mauern abschleifen lassen und damit den Zustand der Fassade offenbar weiter verschlechtert.
Die ReGe verhängte dem «Focus»-Bericht zufolge inzwischen einen Baustopp für die Sanierung. Hochtief räumte gegenüber dem Nachrichtenmagazin Mängel und Abweichungen von der Planung ein. Ein Sprecher betonte jedoch, dass alle Punkte "abgearbeitet und mit einem hohen Qualitätsstandart behoben» würden.
Sa, den 15.05.2010
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Hamburg erhält mit der Elbphilharmonie ein neues imposantes Konzerthaus, das einen der zehn besten Konzertsäle der Welt beheimaten soll. Klassische Musik, Musik des 20. und 21. Jahrhunderts und Popmusik bekommen einen herausragenden Aufführungsort. Die Elbphilharmonie wird ein neues Wahrzeichen für die Stadt und gleichzeitig ein Haus für alle sein. Nach der Entscheidung der Hamburgischen Bürgerschaft vom 26. Oktober 2005 ist der Weg für Hamburgs neue Konzerthalle auf dem Kaispeicher A frei.
Der neue Gebäudekomplex wird zwei Konzertsäle, ein Hotel mit internationalem Konferenzbereich, Wohnungen, eine Plaza auf 37 Metern Höhe, einen Wellness-Bereich, einen Night Club und im Kaispeicher zahlreiche Parkplätze enthalten. Er entsteht nach Entwürfen der renommierten Schweizer Architekten Herzog & de Meuron.