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Koblenzer Hausautorin legt erstes Auftragswerk vor

Seit dieser Spielzeit gibt es am Theater Koblenz eine Hausautorin: Sibylle Dudek. Noch bevor sie ihre Koffer packte, um aus Wien kommend (wo sie vier Jahre lang am Burgtheater arbeitete) an Rhein und Mosel für eine Spielzeit heimisch zu werden, erhielt sie schon einen Schreibauftrag vom neuen Intendanten des Hauses, Markus Dietze. Da es der Theaterliteratur nach wie vor an starken Frauenrollen mangelt, erging an die junge Autorin die Bitte, für vier Schauspielerinnen unterschiedlichen Alters ein Schauspiel zu schreiben. Sich an ihre Zeit als Studentin zurückerinnernd, fiel Sibylle Dudek die mythologische Gestalt der Klytaimnestra ein. In zahlreichen Tragödien spielt sie zwar eine tragende Rolle, ein Stück, das nach ihr benannt wurde, gab es jedoch bislang noch nicht. So begab sich die Autorin zunächst auf Spurensuche und stieß auf ganz unterschiedliche Interpretationen und Ausformungen des Mythos in der Literatur und auf die Tatsache, dass sich in dieser Figur die „erste Verkörperung der tragischen Einheit von Henker und Opfer“ verbirgt. Dieser Widerspruch hat sie gereizt, den ganz verschiedenen Sichtweisen auf diese Figur in szenischen Entwürfen nachzugehen. In zehn sehr unterschiedlichen Szenen unternehmen die vier Schauspielerinnen Raphaela Crossey, Jana Gwosdek, Tatjana Hölbing und Katja Thiele den Versuch einer Annäherung an die Figur der Klytaimnestra. Es ist ein Rollenspiel, bei dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kollidieren.
Die Rolle der Klytaimnestra wechselt, wird weitergereicht oder zugewiesen. Durch die unterschiedlichen Interpretationsansätze der Schauspielerinnen (Regie: Ulf Goerke) entsteht ein Bild von Klytaimnestra, das aber nie fertig ist. Der Zuschauer muss sich selbst ein Bild machen von der in Sparta als Königstochter geborenen Frau, die den Tod ihrer Liebsten erdulden musste, später selbst zur Mörderin wurde und sich am Ende dafür verantworten musste.


Mit der Uraufführung von „Klytaimnestra“ erfahren auch die Kammerspiele am Florinsmarkt ihre zweite große Verwandlung. Dirk Steffen Göpfert zeichnet für alle Bühnenbilder in der Kammer verantwortlich und sorgt dafür, dass der Zuschauer mit jeder Inszenierung das Gefühl hat, einen komplett neuen Ort zu betreten. Schon aus diesem Grunde lohnt sich ein erneuter Besuch dieser kleinen, exklusiven Spielstätte des Theaters Koblenz.


Klytemnästra
Sibylle Dudek
Inszenierung: Ulf Goerke
Bühnenbild: Dirk Steffen Göpfert
Kostüme und Video: Matthias Wulst
Dramaturgie: Anne Riecke
Mit Raphaela Crossey, Jana Gwosdek, Tatjana Hölbing, Katja Thiele

Weitere Vorstellungen:
28./29. November; 4./ 5./ 8./ 15. Dezember
jeweils um 20 Uhr in den Kammerspielen am Florinsmarkt
Mi, den 25.11.2009
Theater der Stadt Koblenz
Clemensstr. 1
Deutschland - 56068 Koblenz
Telefon: +49/261/129-2870
Telefax: +49/261/129-2800
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Kasse
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Montag- Freitag 11 - 18 Uhr

weitere Informationen:
Oper/Operette, Schauspiel, Ballett
Regiebetrieb der Stadt Koblenz
Theaterleitung
Intendantin Annegret Ritzel
Verwaltungsleiter Michael Stein
GMD Anton Marik
Ballettleitung Anthony Taylor
Etat (05/06) 12.501.990.- €
Subvention 11.023.000.- €
Personal 191
Schauspieler: 10 + Gäste
Sänger: 4 + Gäste
Chor: 24, Ballett: 14
Orchester: 76 (Staatsorchester Rheinische Philharmonie
Zuschuss: 1.950.000.- €
+ vom Theater: 2.091.000.- € )
Techniker: 72, Verwaltung: 10
Besucher (05/06) 97.293

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