Bregenzer Festspiele präsentieren bis 2013 drei Opern-Uraufführungen
--Von Georg Etscheit--
Bregenz (ddp-bay). Die Bregenzer Festspiele wollen sich programmatisch weiterentwickeln und bis 2013 drei Opern-Uraufführungen auf die Bühne bringen. In den vergangenen Jahren hatte Intendant David Pountney mit der Aufführung von unbekannten oder vergessenen Opernraritäten Aufsehen erregt. «Der Schritt in Richtung Auftragswerke ist daher für mich eine völlig logische Entwicklung», sagte Pountney am Dienstag in Bregenz.
Mit der Britin Judith Weir, dem Deutschen Detlev Glanert und dem Österreicher HK Gruber hat Pountney «drei erfahrene Theaterkomponisten» mit Kompositionsaufträgen bedacht. Ihre Kompositionen sollen sich nicht nur an ein kleines Avantgarde-Publikum richten. Die neuen Opern seien für ein «ganz normales Opernpublikum inmitten eines demokratischen Festivals» bestimmt, betonte Pountney. «Am wichtigsten war mir, dass alle drei dem Publikum Geschichten erzählen möchten, und zwar auf eine musikalisch sehr direkte Art und Weise.»
Grundlage für Weirs Oper ist ein süditalienisches Volksmärchen, das unter dem Titel «Achterbahn (Miss Fortune)» 2011 auf die Bühne des Bregenzer Festspielhauses kommen soll. Das Werk beschäftigt sich dem Spannungsverhältnis von Realismus und Aberglauben in der modernen Welt und entsteht in Zusammenarbeit mit der Royal Opera Covent Garden in London. Detlev Glanert hat sich vorgenommen, eine Oper nach dem Science-Fiction-Klassiker «Solaris» von Stanislaw Lem zu komponieren. Die Oper, die Probleme der menschlichen Kommunikation thematisiert, soll 2012 im Festspielhaus uraufgeführt werden.
Der aus Wien stammende Komponist, Dirigent, Chansonnier und Kontrabassist HK Gruber hat sich Ödon von Horváths bekanntes Theaterstück «Geschichten aus dem Wienerwald» als Grundlage für seine Oper ausgewählt. Dabei handele es sich, so Gruber, um ein «in der Tat sehr zeitloses Stück von wahrhaft Brechtschem Format». Die Uraufführung ist für die Saison 2013 terminiert.
In diesem Jahr präsentieren die Festspiele mit dem Stück «Die Passagierin» des Schostakowitsch-Weggefährten Mieczyslaw Weinberg noch einmal eine Opernrarität. Die Eröffnungspremiere, eine szenische Uraufführung, findet am 21. Juli im Bregenzer Festspielhaus statt und ist Auftakt zu einer ganzen Weinberg-Retrospektive. Einen Tag später wird auf der weltgrößten Seebühne im Bodensee die spektakuläre Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper «Aida» aus dem Jahr 2009 wiederaufgenommen. Die Bregenzer Festspiele 2010 dauern vom 21. Juli bis 22. August und stehen unter dem Motto «In der Fremde».
Di, den 23.02.2010
weitere Informationen:
Spielzeit Juli/August
Präsident Günter Rhomberg
Intendant David Pountney
Kaufmännischer Direktor
Franz Salzmann
Etat 25.000.000.- EUR
Subventionen 5.500.000.- EUR
Einnahmen ca. 80% des Etats
Besucher ca. 200.000 pro Saison