Finanzskandal bei Salzburger Osterfestspielen weitet sich aus
Salzburg (ddp-bay). Der Finanzskandal bei den Salzburger Osterfestspielen weitet sich aus. Wie die Salzburger Landeshauptfrau Gaby Burgstaller (SPÖ) am Mittwoch in Salzburg mitteilte, sind die Osterfestspiele ab 2002 um möglicherweise bis zu zwei Millionen Euro geschädigt worden. Dies habe eine Sonderprüfung der Bücher des Festivals ergeben. Dabei gehe es um ungerechtfertigt einbehaltene Sponsorengelder, ungerechtfertigte Provisionszahlungen, ungenehmigte Gehaltssteigerungen und Unregelmäßigkeiten bei Spesenabrechnungen. Darüber hinaus seien Zahlungen an Firmen ohne konkrete Leistungsnachweise geflossen.
Burgstaller, die die Prüfung im Dezember nach ersten Hinweisen auf finanzielle Unregelmäßigkeiten eingeleitet hatte, sprach von einem «geschlossenen System» innerhalb der Osterfestspiele, mit dem es gelungen sei, diese Tatsachen jahrelang zu verschleiern. «Nach außen hin und gegenüber den Verantwortlichen im Osterfestspiel-Kuratorium gab es den Anschein der lückenlosen Kontrolle und damit der Richtigkeit aller vorgelegten Unterlagen.» Nun stelle sich jedoch heraus, dass «offenbar strafrechtlich relevante Handlungen» begangen wurden, obwohl die Bilanzen von international anerkannten Wirtschaftskanzleien geprüft worden seien.
Die Vorwürfe richten sich in erster Linie gegen den im Dezember fristlos entlassenen Osterfestspiel-Geschäftsführer Michael Dewitte. Es habe aber auch «Verflechtungen» mit Drittfirmen und Personen aus dem Umkreis der Sommerfestspiele gegeben, die noch genauer untersucht werden müssten. Im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen wurde am 22. Januar auch dem langjährigen Technikdirektor der Salzburger Sommerfestspiele, Klaus Kretschmer, fristlos gekündigt. Kretschmer war in der Nacht zu Dienstag mit schweren Verletzungen unter einer Brücke in Bergheim bei Salzburg gefunden worden. In österreichischen Medien war von einem Suizidversuch die Rede. Sowohl Kretschmer als auch Dewitte haben die Anschuldigungen über die Medien zurückgewiesen.
Mi, den 03.02.2010
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In Österreich gibt es neben den Theatern in Wien acht Stadttheater und Landestheater, die von den Kommunen und den Ländern getragen werden. Die Wiener Theater bekommen ihre Zuschüsse von der Stadt Wien und vom Bund. Von den über 100 privaten, freien Theatern befinden sich zwei Drittel in Wien. Zu den großen, international gefragten Festspielen in Bregenz, Salzburg und Wien kommen unzählige Sommerfestspiele und Festivals, die teilweise prominent besetzt sind. Die österreichische Theaterlandschaft ist mindestens so dicht "besiedelt" wie die in Deutschland.
Sie wird vor allem von den Städten und Ländern bezuschusst. Der Bund hat nur ein Kunstbudget von 64 Millionen Euro, wovon mehr als die Hälfte nach Wien geht.